Ben, Stefan, Jenny und Silvia saßen in gemütlicher Runde in ihrer Stammkneipe in ihrem Kiez. Sie saßen draußen, denn es war der erste wärmere Tag in diesem Jahr nach einem langen und harten Winter. Nun mussten sie das schöne Wetter auskosten. Sie unterhielten sich über die bevorstehende Hochzeit von Ben und Jenny in zwei Monaten. Ben und Jenny hatten sich während Bens Studienzeit in England kennengelernt. Er hatte ein Auslandsjahr an der University of Greenwich verbracht, wo Jenny ebenfalls studierte. Nun war sie fertig und hatte zum Glück einen Job in Bens Nähe gefunden, obwohl ihr Deutsch eigentlich nicht so gut war. So sagte sie immer Catering Wedding, wenn sie vom Catering Hochzeit sprach, denn das Wort Hochzeit ging ihr allzu schwer über die Lippen.
So auch jetzt: „Das Catering Wedding hat schon wieder wegen einer Änderung angerufen, Darling. Ich bin nicht so zufrieden mit ihnen bisher.“ „Das Catering Wedding?“ fragte Silvia irritiert nach. „Sie sagt Catering Wedding, weil sie Hochzeit so schlecht aussprechen kann, erklärte Ben ihr. Er musste oft dolmetschen, seit seine Freundin angefangen hatte Deutsch zu lernen und im Zuge der Hochzeitorganisation mit den zahlreichen Dienstleistern so ihre Probleme hatte, fiel ihm auf. Abends empfing sie ihn oft mit den Worten: „Darling, es gibt ein Problem mit Catering Menu, das ich nicht verstanden habe ...“ oder „Catering Wedding sagt, es gibt um diese Jahreszeit kein Straußfleisch “ Er stellte es sich schön vor, Jenny zu heiraten, aber manchmal wäre er wirklich froh, er hätte es schon hinter sich und müsste nichts mehr von ‚Catering Wedding‘ und dergleichen hören, sondern könnte sich auch mal wieder mit ihr über andere Themen zu unterhalten „...mal ganz abgesehen vom Catering. Wedding- Planung ist der Teufel“, sagte sie grade empört zu der verwöhnten Silvia, die bei ihrer eigenen Hochzeit damals nichts selbst hatte organisieren müssen, da ihre Mutter alles für sie erledigt hatte. Oder besser gesagt, hatte erledigen lassen, von ihrem Personal. Da brauchte man keinen externen Caterer zu beauftragen. Ben mochte Silvia, die Frau seines besten Freundes zwar ganz gerne, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass Jennys Ärger mit dem Catering Wedding, äh, dem Hochzeitscaterer, jetzt fing er auch schon damit an!, sie besonders interessierten.
Umso überraschter war er, als er auf einmal Silvia sagen hörte, dass das Event Catering sich mit dem letzten Fehler eindeutig eines Vertragsbruchs schuldig gemacht habe und es Jenny daher frei stünde, ihnen zu kündigen. Ben atmete insgeheim auf Adieu Catering Wedding? Traumhafte vorstellung! Bei der Arbeit – obwohl sie es finanziell nicht nötig hatte, war Silvia als Rechtsanwältin tätig – fuhr sie fort, „hatten wir über yourdelivery diesen tollen Caterer mit unserer Weihnachtsfeier beauftragt, den könnte ich dir sehr empfehlen. Das Essen war ausgezeichnet, alles frisch und heiß und vor allem kam es pünktlich auf die Minute ohne irgendwelche Schwierigkeiten, alles genau wie abgesprochen. Und das Beste: Er ist hier im Kiez ansässig. Du kannst also weiterhin von Catering Wedding sprechen – nur dass du diesen hier in den höchsten Tönen loben wirst!“