fried chicken

Food Stories: FRIED CHICKEN

Wir sagen’s einfach wie es ist: Wir müssen ein wenig schmunzeln, wenn wir Menschen beobachten, die bei Pizza zu Gabel und Messer greifen. Nicht aus Boshaftigkeit, wir sind einfach fest davon überzeugt, dass Pizza am besten schmeckt, wenn man sie ‘gelassen’ angeht. Was sagt Ihr? Ähnlich verhält es sich mit Fried Chicken. Um den Geschmack in vollen Zügen genießen zu können, sollte man sich nicht scheuen, einfach mal anzupacken. Selbst wenn das bedeutet, dass Euer Bierglas mit fettigen Fingerabdrücken beschmiert ist (denn lasst uns ehrlich sein, wer bestellt schon erstklassigen Wein mit dieser Art Comfort Food?). Unser Motto lautet: je schmuddeliger, desto besser. Da in den U.S.A. gerade National Fried Chicken Day gefeiert wird, haben wir Euch einige interessante Fakten zu diesem unglaublich leckeren Gericht herausgesucht. Los geht’s:

Ein Ausflug in die Geschichte des Fried Chicken

Wo genau ging es eigentlich los? Zwischen 7.500 – 5.000 vor Christus domestizierten Völker in Südostasien wildes Dschungel-Gefieder (sozusagen die Vorfahren des heutzutage verbreiteten Huhns). Sie erkannten, dass diese Vögel die einzigen Tiere waren (und sind), die den Tag ankündigen. Kurzerhand wurden sie zu heiligen Kreaturen erklärt, denen es angeblich möglich sei, die Zukunft vorherzusagen. Klar also, dass westlich Kaufleute die Vögel ‘exportierten’ und ihren Königinnen und Königen als Festmahl unter jubelten. Es dauerte nicht lang und schon bald landete das Huhn in jedermanns Küche. Doch wie kam das Fried Chicken auf unsere Teller? Nun, es stellt sich heraus, dass es schottische Immigranten in den südlichen Staaten der U.S.A. waren, die das frittierte Huhn mit übers Meer brachten. Denn schon im Mittelalter experimentierten die Hochländer als Vorreiter mit verschiedensten Frittier-Techniken. Und auch am anderen Ende der Welt, in Westafrika bestand schon seit längerem die Tradition, Hühnerfleisch in feurigen Gewürzen eingelegt, in heißem Öl zu brutzeln.

Von Delikatesse zum Food Trend

Einstige Sklaven in den amerikanischen Südstaaten, allen voran Frauen, begannen ihr kulinarisches Wissen anhand von traditionellen Kochkünsten zum Besten zu geben. Da ihnen die Haltung von Hühnern erlaubt war, entwickelte sich das Southern Fried Chicken innerhalb der African American Gemeinde zum absoluten Gaumenschmaus für besondere Anlässe. Mit dem Ende der Sklaverei und dem Aufblühen der Industrialisierung hat sich das Fried Chicken mittlerweile zum weitverbreiteten Snack entwickelt. Weltweit wird die Henne den lokalen Geschmäckern angepasst und traditionelle Rezepte neu-interpretiert. Mit dem rassistischen Klischee eines ‘Sklaven-Gerichtes’ konnte das Fried Chicken leider bis heute nicht aufräumen. Dabei ist das Gericht, dank seiner Vielseitigkeit eine kulinarischer Rakete. Vom Nobelrestaurant zum Straßen-Stand, Fried Chicken hat sich zum absoluten Food Trend entwickelt, den die Leute lieben!

Fried Chicken Tacos (via halfbakedharvest.com)

Verschiedene Küchenrichtungen

Vielleicht kennt ihr Euch mit Fried Chicken aus. Aber wir garantieren, dass es noch viel zu lernen gibt 🙂 Mal schauen. Wie wär’s mit warmen, luftigen Waffeln kombiniert mit knusprigem Meerrettich-Fried Chicken, übergossen mit Ahornbutter? Oder aber, Buttermilch-Fried Chicken Muffins mit scharfer Pfirsichsauce und Honigbutter? Ein weiterer Favorit: Korean Fried Chicken Tacos mit süßem Kraut und knusprigen Nudeln an Frischkäse. Was wir damit sagen möchten ist: Fried Chicken hat viele Länder bereist, seit seiner Premiere im 18. Jahrhundert. Vom klebrig-scharfen Korean Fried Chicken, dem indonesischen Ayam Goren, das in einer Marinade aus Knoblauch, Kurkuma und Zitronengras eingelegt ist, bis hin zum mit Shrimp Paste bestrichenen Fried Chicken in Singapur. Es ist das ideale Grundgericht zum Verbiegen, Drehen und Experimentieren. Drum lasst uns doch einfach mal schauen, was es für köstliche Gerichte bei Lieferando.de zu finden gibt!

Fried Chicken on Waffles (via billyparisi.com)

Southern Fried Chicken

Beginnen wir mit dem traditionellen Gericht. Obwohl es viel und umfangreich globalisiert wurde, beruht das Originalrezept auf sehr einfachen, leicht zugänglichen Zutaten wie Mehl, Salz und Milch (und natürlich Öl zum frittieren!). Allerdings wurde es über die Jahre aufgepeppt. Von verschiedensten Gewürzen wie Cayenne Pfeffer, Knoblauch Puder und Paprika bis hin zum Einlegen in Buttermilch. Und doch, im Vergleich zu anderen kulinarischen Interpretationen, blieb das klassische Southern Chicken seinem Ursprungsrezept größtenteils treu. Also, rein damit in den Muffin, ein bisschen Kraut dazu und wir versichern Euch, dass es genug für jeden gibt!

Julep’s, München (Unwiderstehlich: Julep’s Hot Chicken Wings)

Chicken Buzz, Berlin (Ein Must-Try: Popcorn Chicken )

Hollywood Canteen, Hamburg (Die Big Box Wings sind hier unser Liebling!)

Amerikanisches Fried Chicken

Korean Fried Chicken

Oder auch chikin, erobert seit längerem internationale Küchen und Gaumen. Doch nicht nur die westliche Welt ist hin und weg, auch die Südkoreaner selbst können nicht genug davon bekommen! Traditionell bereitet man den Vogel wie folgt zu: Nachdem die Haut mit lokalen Gewürzen, Zucker und Salz schmackhaft gemacht wird, geht’s an den ersten Frittiergang. Nun ist die Haut dünn, knusprig und fast durchsichtig. Aber es geht noch weiter! Die Koreaner frittieren den Vogel ein weiteres Mal, nachdem sie ihn mit einer Mixtur aus Ketchup, Honig, braunem Zucker, Knoblauch, Sesamöl und Chili eingerieben haben. Nun ist es an der Zeit, sich dem karamellisierten Festmahl hinzugeben!

Ginseng, Düsseldorf (Knuspriges Hühnchen gefällig?)

Mmaah, Berlin (Auf jeden Fall solltet Ihr hier das Hotgogi BBQ Classic probieren )

Yuyumi, Frankfurt (Tipp: Teriyaki Ganjang Chicken)

Koreanisches Fried Chicken

Chinese  Fried Chicken

Für diese Version wird das Huhn erst einmal gedünstet, bevor es im heißen Öl landet. So bleibt das Fleisch zart und saftig, genau so wie es bei jedem guten Fried Chicken Gericht sein sollte. Im Gegensatz zum traditionell amerikanischem Rezept, wird das Fleisch hier nicht paniert. Stattdessen lässt man die Haut vor dem Frittieren ein wenig austrocknen, um sie anschließend unglaublich kross genießen zu können. Das Ganze wird nun mit den sogenannten ‘Fünf-Gewürzen’ (Sternanis, Nelken, chinesischem Zimt, Szechuan Pfefferkörnern und Fenchelsamen) aufgepeppt und mit Sojasauce und braunem Zucker abgeschmeckt. Auf gebratenem Reise serviert ist dieses Gericht ein absolutes Göttermahl!

Kung Food, Leipzig (Wie wär’s mit dem Hühnerfleisch Szechuan?!))

Osaka Sky, München (Gung-Pao ist hier Eure Wahl!)

China Town, Essen (Einmal das Chop-Suey Gericht, bitte!)

Chinesisches Fried Chicken

Japanese Fried Chicken

Auch unter dem Namen karaage bekannt, wird diesem Gericht absolute Perfektion nachgesagt. Aber was genau macht es so köstlich? Nun, das Geheimnis der japanischen Küche liegt vor allem in seiner unwiderstehlichen Marinade, welche aus drei Geschmacksbomben zuammenstellt ist: Sojasauce, Sake (!!) und Mirin (ein japanischer Reiswein). Kommt Euch der Begriff ‘umami’ bekannt vor? Umami wird, neben süß, sauer, bitter und salzig, als fünfte aller Geschmacksrichtungen bezeichnet und ist verantwortlich für unvergessliche Aroma-Erinnerungen, von denen wir noch Tage später träumen. Und genau das ist es, was diese Marinade mit Euch macht! Zusätzlich eingerieben in Ingwer, Knoblauch, Mais- und Kartoffelstärke, erwartet Dich ein überwältigendes Geschmackserlebnis! Im Gegensatz zum koreanischen Rezept, ist die japanische Variante etwas schlichter. Nun fehlt nur noch ein wenig Zitronensaft und schon wünschen wir ‘Guten Appetit’!

Liu, Berlin (Wir empfehlen Euch das ‚Tori Katsu‚ Gericht)

Little Buddha, Hamburg (Oh! Das ‚Chicken Teriyaki‚ ist ein Traum!)

Japanese Fried Chicken

Für weitere Inspirationen, schaut doch mal in unserem FoodWiki vorbei!

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