Beetsandroots berlin 088
January 4, 2021 (Aktualisiert March 5, 2021)

Diese Restaurantkette lässt gesunde vegane Ernährung kinderleicht aussehen

Diesen Monat auf The Takeaway, schauen wir Behind The Menu Deines Lieblingsveganrestaurants, das auch zu Dir nach Hause liefert

Beets&Roots müssen wir hierzulande wohl nicht mehr groß vorstellen. Die lokale Restaurantkette ist dank seines simplen und einzigartigen Konzepts längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, das da heißt: gesundes und einfaches Essen zu servieren, das toll aussieht und großartig schmeckt.

Wir haben Maximilian Kochen, einen der beiden Gründer von Beets&Roots, getroffen und ihn gefragt, welche besondere Idee hinter dem Restaurant und seinem riesigen Erfolg steckt – und mit welcher veganen Zutat er am liebsten kocht.

Wann hast Du mit dem Kochen angefangen?

Ich bin ja studierter Betriebswirt und mein Partner Andreas ist der Sternekoch. Wir haben Beets & Roots 2016 gegründet. Es ist jetzt also unser viertes Jahr und wir haben inzwischen sechs Restaurants aufgemacht.

Warum habt Ihr dieses Restaurant eröffnet?

Ich habe gesehen, dass es extrem schwierig ist, sich gesund und einfach zu ernähren. Gerade auch, was das Thema Business Lunch angeht, gab es in den Großstädten wenig professionelle Alternativen, die das moderne Essverhalten der Menschen wirklich abgedeckt haben. Unser Ziel war es, das zu ändern.

Was war der verrückteste Ort, an dem Du je gekocht hast?

Mein Partner Andreas ist ja der Koch, aber der hat natürlich schon viele funky Sachen mitgemacht. Zum Beispiel hat er in einer privaten Autosammlung oder auch auf einem kleinen Boot für zwei Leute gekocht. Da kann er schon für kulinarische Highlights in jedem Umfeld sorgen.

Welche Veränderungen hast Du im Laufe der Jahre in der Branche und in der Stadt beobachtet?

Ich denke schon, dass die Menschen viel mehr darauf achten, was sie essen. Das geht natürlich los bei veggielastigen Gerichten, und vegane Ernährung ist natürlich auch ein Riesenthema. Nährwerte, Kalorien und Allergien – das sind alles Dinge, bei denen Restaurants heute dem Kunden gegenüber extrem flexibel sein müssen. 

Wie würdest Du Beets & Roots jemandem beschreiben, der noch nie hier gegessen hat?

Als allererstes steht bei uns immer die Experience. Ich glaube, wenn man in ein Restaurant kommt, dann muss ich einfach das Gefühl haben, dass ich das Konzept direkt verstehe und Lust habe, dort etwas zu kaufen. Das geht bei den Mitarbeitern los und beim Restaurantdesign und hört dann mit dem Wichtigstem, dem Essen auf. Essen bei Beets & Roots ist einfach ein an sich stimmiges Ergebnis.

“Essen bei Beets & Roots ist einfach ein an sich stimmiges Ergebnis.”

Wie viele Restaurants habt Ihr in Deutschland wo befinden sich diese?

Wir haben 6 Restaurants: aktuell 4 in Berlin und 2 in Hamburg. Und wir eröffnen in Q1 noch eins in Frankfurt und in Q2 eins in Düsseldorf.

Was macht Beets & Roots Deiner Meinung nach besonders?

Ich denke es ist schon das Essen, also die Expertise von Andi gerade als Michelin-Sterne-Chef. Diese in die Systemgastronomie zu transferieren, das ist unser größtes Highlight. Man sieht es ja bei den Produktinnovationen, wie zum Beispiel bei der Vegan Christmas Bowl, die extrem gut angenommen werden, weil sie vom Geschmacksprofil etwas bieten, was wenig andere Konzepte so leicht kopieren können.

Wie würdest Du den Charakter und Stil des Beets & Roots beschreiben, wenn es um das Essen geht?

Zum einen versuchen wir natürlich, uns überall Inspirationen zu holen, also gerade natürlich aus verschiedenen Länderküchen. Wir versuchen außerdem, immer viel Frische in den Gerichten zu haben, dazu immer eine gute Art von Crunch, und auch immer noch das gewisse Extra – das heißt Granatapfel, Minze oder Kerne, um das Gericht noch einmal final abzurunden.

 Du hast offensichtlich eine große Leidenschaft für vegane und vegetarische Küche. Kannst Du uns Deine Lieblingszutaten vorstellen, mit denen Du am liebsten kochst

Ja, auf jeden Fall. Was wir aktuell am spannendsten finden ist Yuzu Lemon Pulver, das ist eine japanische Art von Zitrone, die zusätzlich zu einer spannenden Säure auch leicht süßlich ist und die immer den gewissen Kick in solchen Gerichten ausmacht.

Gibt es Tipps, die Du Hobbyköchen geben kannst, wenn es um vegane Küche geht, z. B.irgendwelche geheimen Zutaten?

Andreas würde Euch den Tipp geben: Achtet darauf, dass Ihr die Zutaten an jeder Stelle des Kochprozesses würzt und dass jede Einzelzutat ihre eigene Würze haben muss, damit das Gericht am Ende nicht flach schmeckt.

Es ist kein Geheimnis, dass das letzte Jahr nicht genau das Jahr geworden ist, das wir erwartet haben. Glaubst Du, dass die aktuelle Corona-Krise das Essen und die Mahlzeiten wichtiger gemacht hat?

Also ich glaube grundsätzlich, dass es zwei Entwicklungen gibt. Erstens: Wenn die Leute irgendwo vor Ort sitzen, dann muss die Experience wirklich stimmen. Was dieses alte Convenience-Thema angeht und die Tatsache, dass es einfach nur schnell gehen muss: Ich glaube, dass die Kunden da gerade für Restaurantbesuche deutlich anspruchsvoller werden. Auf der anderen Seite, wenn es dann aber schnell gehen muss, dann allerdings wirklich „convenient“ und zum Beispiel durch die Integration von Online-Kanälen, die dafür sorgen, dass Leute ihr Essen schnell und „convenient“ bekommen.

“Wir versuchen immer viel Frische in den Gerichten zu haben, dazu immer eine gute Art von Crunch, und auch immer noch das gewisse Extra.”

Wir wissen, dass, wenn man einen Chefkoch bittet, sein Lieblingsgericht zu nennen, es ungefähr dasselbe ist, wie wenn man Eltern nach ihrem Lieblingskind fragt. Aber wenn Du Dich entscheiden müsstest: Welches Gericht von Beets & Roots würdest Du als Dein Lieblingsgericht betrachten und warum?

Ich glaube, ich würde auf jeden Fall die Avocado Bowl nehmen. Die ist einfach von der Kombination der Zutaten das mit Abstand stimmigste Gericht.

Gibt es da eine Geschichte über die Inspiration?

Nicht wirklich. Wir schauen immer darauf, dass Gerichte sehr schnell verstanden werden von den Kunden; es muss also sehr schnell der Mehrwert klar werden. Wenn man Gerichte zu kompliziert nennt oder die Leute nicht wissen, was sich dahinter verbirgt, dann stirbt so ein Gericht; es krepiert sozusagen. Bei der Avocado Bowl hast Du die Avocado, das ist natürlich ein sehr genereller Geschmack, dem Leute nicht nur das Prädikat „Premium“ zuordnen, sondern auch den Geschmack gut einordnen können. Aber ich glaube, das Geheimnis unserer Avocado Bowl ist, dass durch die Süßkartoffeln, die Linsen und das Yuzu-Dressing relativ schnell eine Komplexität hinzukommt, die die Leute auch wirklich schätzen. Es ist ja auch das meistverkaufte Produkt bei uns.

“Mein Lieblingsgericht ist unsere Avocado Bowl.”

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