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June 30, 2021 (Aktualisiert July 23, 2021)

Dieses Frankfurter Restaurant hat die israelische Küche neu erfunden

Diesen Monat auf The Takeaway, schauen wir Behind The Menu eines der besten veganen Restaurants Deutschlands, das auch zu Dir nach Hause liefert.

Das Dominion Food Revolution ist die Anlaufstelle, wenn es um leckere vegane Küche in Frankfurt am Main geht. Neben israelischen Klassikern, wie cremigem Hummus und köstlichem Schawarma kannst Du hier auch saftige Burger und süße Brownies bestellen – natürlich alles komplett vegan.

Wir haben uns mit Nir, dem Geschäftsführer des Dominion Food Revolution getroffen, der uns erklärt, wie man sein Lieblingsessen auch vegan genießen kann und wieso es in seinem Restaurant nicht nur um gutes Essen, sondern auch um den guten Zweck geht.

Wann hast Du mit dem Kochen angefangen?

Ich bin in einer veganen Familie groß geworden. Ich koche seitdem ich mich erinnere. Ich bin selbständig seit ich 19 Jahre alt bin und seitdem koche ich auch für Gäste.

Warum hast Du dieses Restaurant geöffnet?

Ich bin jetzt auf einer Mission, so viele Restaurants wie es geht aufzumachen in den nächsten Jahren, um unsere Welt ein bisschen besser zu machen. Als Veganer bekommt man mit, was wir Menschen mit Tieren machen, und was für Auswirkungen das auf unsere Umwelt und natürlich auch die Gesundheit hat. Und es geht mir jetzt überhaupt nicht ums Geld, ich hab alles von Null angefangen, vor vier Jahren. Jetzt versuche ich maximal viele Läden aufzumachen, auch Non-Profit Läden, um maximal viele Menschen zu erreichen mit plant-based, good food, ohne ein Tier zu quälen und zu töten.

“Wir sind nicht hier zum Geld verdienen, das ist ein Non-Profit Geschäft.”

Was war der verrückteste Ort wo Du gekocht hast?

Ich kann diese Frage eigentlich nicht so beantworten. Ich koche seit ich mir erinner, das war immer in Tel Aviv in mehreren Restaurants. Da will ich nicht darüber reden, das war immer mit Tierleid. Auch hier in Frankfurt habe ich in einem russisches Restaurant, einer Sportsbar und einem italienischen Restaurant gekocht. Ich hatte alle möglichen Küchen, auch die asiatische Küche. Aber in den letzten 4 Jahren, seit ich tierleidfrei koche, das ist für mich die schönste Zeit meines Lebens.

Welche Veränderungen hast Du im Laufe der Jahre in der Branche in der Stadt gesehen?

Ich sehe tatsächlich die letzten paar Jahre, dass es in eine Richtung läuft: mehr tierleidfrei, weniger Fleisch. Ich sehe auch, dass wir nachhaltiger sind und auf die Gesundheit viel mehr achten. Man kann heutzutage fast in jedem Restaurant was Gesundes essen, natürlich auch vegan essen, viel tierleidfrei. Die Gastronomen achten viel mehr auf Nachhaltigkeit als vorher. Und es ist gut so.

Wie würdest Du Dominion Food Revolution jemandem beschreiben, der noch nie da gegessen hat?

Es ist eigentlich wie der Name, Food Revolution. Wir sind nicht hier zum Geld verdienen, das ist ein Non-Profit Geschäft. Alles was wir hier machen, wenn es Gewinn ist, spenden wir zurück an Menschen und Tiere, an unseren Planeten. Das ist etwas besonderes. Das Essen bezieht sich auf die israelische Küche, weil ich aus Israel komme. Aber nicht nur das, wir servieren auch viele europäische Gerichte.

“Es gibt unendlich Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, mit denen man kochen kann.”

Wir haben ganz leckere Desserts, die hier im Haus gemacht werden, alles plant-based, alles tierleidfrei. Und ja, es geht hier darum, ein Maximum an Menschen zu erreichen. Wir haben sehr viele Informationen hier im Laden: Plakate, wir halten sehr viele Vorträge (jetzt während Corona nicht) und spenden auch sehr viel Essen an Bedürftige, egal, ob das ältere Leute, Obdachlose, kranke Leute oder egal was sind. Damit zeigen wir ihnen, dass es lecker, frisch, warm und gesund sein kann, und dafür muss kein Tier sterben.

Wie viele Restaurants habt ihr in Deutschland und wo sind sie?

Ich habe gerade drei Restaurants in Deutschland. Ich bin die Tage dabei noch einen kleinen Imbiss aufzumachen, auf der Zeil. Der Name wird “Moby”: Moby ist ein sehr bekannter amerikanischer Sänger, er ist auch ein veganer Aktivist. Und ich bin auch gerade dabei ein großes neues italienisches Restaurant zu eröffnen. Also diesen Sommer kommen noch diese zwei Läden dazu. Und wir haben noch viel mehr andere Pläne, Food Trucks und so weiter.

Was macht Dominion Food Revolution Deiner Meinung nach besonders?

Dominion Food Revolution zeigt Menschen hier in Frankfurt, dass es auch anders geht, dass kein Tier für uns sterben sollte. Es geht darum, maximal viele Gerichte am Tag zu verkaufen oder zu verschenken, mit einem Grund: Menschen etwas Gutes tun, und nicht auf die Kosten der Tiere.

Kannst Du bitte den Charakter und den Stil des Dominion Food Revolution beschreiben, wenn es zum Essen kommt?

Es ist ein Schnell-Restaurant, das ist Selbstbedienung, mit einer schönen Terrasse, und nicht so wenige Plätze drinnen. Das Personal ist wie eine Familie, viel Spaß an der Arbeit, eine sehr freundliche Atmosphäre und ja: gutes Essen, ohne dass ein Tier dafür stirbt.

Du hast offensichtlich eine große Leidenschaft für die Küche, kannst Du uns bitte Deine Lieblingszutaten zum Kochen vorstellen?

Seit ich vegan bin, bin ich selber immer noch überrascht. Ich hab immer gekocht wie jeder andere Koch, hauptsächlich mit drei, vier Arten von Landtieren, und noch drei, vier, fünf Arten von Seetieren, also von Fischen. Vielleicht kocht man ab und zu mit Hase oder Känguru, aber hauptsächlich kocht man mit Schwein, Kalb, Huhn, Pute und zwei, drei Stück Fisch. Und seit ich vegan bin, finde ich eine Welt, wo ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.

“Wir essen alles, was wir vorher gegessen haben, nur ohne Tierleid.”

Es gibt unendlich Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, mit denen man kochen kann. Wirklich, man wird verrückt. Man weiß nicht, was man machen soll. Man geht nicht zum Markt und denkt: „Okay, was kauf ich heute? Seezunge, oder Dorade oder Loup de Mer?” Sondern man geht und es gibt, was alle kennen: Soja, Erbsen, Brokkoli und so, aber da gibts tausende von Pflanzen, die man kochen kann, jede schmeckt besser als die andere, jede hat eine andere Farbe als die andere. Und es ist ein gutes Gefühl, dass man weiß, dass diese Pflanzen kein Leid spüren. Das tut sehr sehr gut. Meine Lieblingszutat ist alles: Pflanzen, Pflanzen, Pflanzen, Pflanzen.

Gibt es Tipps, die Du mit Köchen zu Hause teilen kannst, wenn es um die vegane Küche geht, wie zum Beispiel geheime Zutaten?

Es gibt ein paar Sachen wo man sich informieren muss. Zum Beispiel, wenn man unbedingt etwas essen will, das wie Ei schmeckt, dann muss man ein indisches Salz benutzen, das heißt Kala Namak. Man macht die Augen zu, gibt ein bisschen Kala Namak auf ein Brot oder Avocado und auf einmal denkt man, dass man ein Ei isst. Wenn man unbedingt Fleisch essen will, dann kauft man Weizenprotein und man kann das so verarbeiten, damit man es als Spieß oder Steak auf den Grill geben kann. Man kann Gewürze vom Markt kaufen, die alle vegan sind, dann schmeckt das haargenau wie vorher. Aber man muss sich doch informieren, weil man hat nie gelernt, wie man vegan kochen kann, in einer, sozusagen, normalen Welt.

Wenn man das will, dann kann man ein oder zwei Bücher kaufen oder ruft mich an oder schreibt mir. Ich geb Tipps und Rezepte umsonst, weil mir gehts wie gesagt nicht ums Geld. Ich kann jedem helfen, jedem Gastronom, jeder Frau oder jedem Mann der zu Hause kocht. Viele fragen, wieso ich Rezepte umsonst gebe und ich sage: “Du hast vegan gekocht, da hab ich schon gewonnen.” Das ist meine Mission. Man muss schon ein paar Tipps lernen, am besten fragt man Profis. Und dann geht das viel einfacher. 

Wir essen zu Hause gern Bolognese. Wir, meine Frau und meine Kinder, haben nicht aufgehört Tiere zu essen, weil es uns nicht schmeckt, sondern aus ehrlichen Gründen, aber wir vermissen immer noch Bolognese. Dann haben wir herausgefunden, wie man Bolognese machen kann, aber haargenau wie vorher, oder Lasagne, oder Pizza. Es ist nicht so dass Pizza nicht mehr in unserem Sortiment ist, oder Eis. Wir essen alles, was wir vorher gegessen haben, nur ohne Tierleid. Wir essen Burger, wir essen bei asiatischen Restaurants, übrigens nicht nur bei veganen Restaurants. Wir essen auch in ganz anderen normalen Restaurants, die vegane Gerichte anbieten.

Ich habe heute mit einem Kind auf der Straße gesprochen, der meinte: „Ja, aber ich liebe Sushi.” Da hab ich gesagt: „Ich liebe auch Sushi, ich esse immer noch Sushi. Sag Deiner Mama Du kannst weiterhin in den Sushi-Laden gehen. Reis ist vegan, Nori ist vegan, Gurken und Avocado und es gibt noch tausende andere. In der Berger Straße gibt es einen Laden, der so viele schöne vegane Sachen hat. Man muss kein Tier töten, um Sushi zu essen. Und glaub mir, Kleiner, Du wirst nicht merken dass Du jetzt kein Tier getötet hast”

Es ist kein Geheimnis, dass 2021 nicht genau das Jahr geworden ist, das wir erwartet haben. Glaubst Du, dass die aktuelle Corona Krise das Essen und die Tafeln wichtiger gemacht hat, wenn ja, wie?

Ja, es sind leider wie immer die Schwachen mehr betroffen, als die Reichen.

Wir wissen, dass, wenn man einen Chefkoch bittet, sein Lieblingsgericht zu nennen, ist es dasselbe wie ein Elternteil zu fragen, sein Lieblingskind zu wählen. Aber wenn Du Dich entscheiden musst, welches Gericht von Dominion Food Revolution würdest Du als Dein Lieblingsgericht betrachten und warum?

Es ist, wie schon gesagt, sehr sehr schwer. Es ist unfair gegen die anderen. Aber hier hab ich kein Problem. Es gibt ein Gericht, was wir selber kreieren, das ist unser Dominion Mix Teller. Das ist zusätzlich zu unserem hausgemachtem Hummus nach israelischem, authentischen Rezept noch unser israelischer Salat und eine Menge Gemüse.

Daneben besteht dieses Gericht noch aus drei verschiedenen, sozusagen, “Fleisch”-Teilen. Das eine ist Kebab, der ist genau wie Fleisch-Kebab gegrillt, besteht aber aus Erbsenprotein. Dann kommt zusätzlich Shawarma, das ist die israelische/arabische Version zum Gyros oder Döner, aus Weizenprotein. Und der dritte Spieß ist aus Austernpilz, wer Austernpilze mag, der weiß, wovon ich rede. Das alles in einem Gericht heißt Dominion Mix Teller und das ist auch unsere Nummer 1 hier.

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