Minijob Stunden und Urlaubsanspruch

Ein Minijob ist eine Form der Beschäftigung, die sich durch eine begrenzte Stundenanzahl im Monat auszeichnet. Somit stellt er eine ideale Option für Menschen dar, die eine flexible Verdienstmöglichkeit oder Teilzeitarbeit suchen. Das Besondere am Minijob ist: Man muss auf den Lohn keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Somit bekommt man den vollen Lohn ausbezahlt und muss keine Abzüge einkalkulieren. Wie viele Stunden man im Monat für den Minijob maximal arbeiten darf, begrenzt der erlaubte Maximallohn. Er beträgt ab 2026 603 Euro im Monat.

Minijobber:innen erhalten in jedem Fall den Mindestlohn von aktuell 13,90 Euro pro Stunde (seit Januar 2026). Dabei errechnet sich die monatliche Stundenzahl aus dem Maximallohn geteilt durch den Stundenlohn. Also beträgt die erlaubte monatliche Arbeitsstundenzahl 43,38 Stunden. Natürlich darf man auch weniger als die erlaubte Stundenzahl im Monat arbeiten, erhält dann aber auch nicht die vollen 603 Euro Lohn. Damit man die festgesetzten Grenzen nicht versehentlich überschreitet, sollte man die Regeln rund um die erlaubte Stundenzahl kennen. Dieser Artikel zeigt, wie viele Minijob-Stunden man arbeiten darf und was es zu beachten gibt, wenn man Urlaub nehmen möchte.

Minijobs Stunden und Urlaub

Wie viele Minijob-Stunden sind erlaubt?

Die Anzahl an Minijob-Stunden ist theoretisch nicht begrenzt, sondern hängt vom für den Minijob gezahlten Stundenlohn ab.

Seit Januar 2026 beträgt die Gehaltsobergrenze für Minijobs 603 Euro im Monat. Gleichzeitig kletterte auch der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Erhöht sich also der Mindestlohn, steigt auch die Gehaltsobergrenze für Minijobs.

Die Formel lautet: Geringfügigkeitsgrenze = (Mindestlohn x 130) / 3.

Im Falle des aktuellen Mindestlohns: 13,90 Euro Mindestlohn x 130 / 3 = (aufgerundet) 603 Euro im Monat.

Steigt künftig der Mindestlohn, wird sich auch die Gehaltsobergrenze nach oben hin verschieben. Das ist zugleich ein Vorteil für Minijobber:innen, denn diese müssen nun bei einer Steigerung des Mindestlohns nicht mehr ihre Arbeitszeiten reduzieren, sondern können tatsächlich mehr verdienen.

Wie viele Arbeitsstunden bei einem Minijob pro Tag/Woche/Monat?

Um die Tätigkeit als Minijobber:in besser koordinieren zu können, sollte man einen Überblick über die mögliche Anzahl an Arbeitsstunden pro Monat, Woche und Tag haben.

  • Minijob: Wie viele Stunden pro Monat?

    Aus der oben genannten Formel ergibt sich eine mögliche Arbeitszeit von 43,37 Stunden im Monat (603 Euro Verdienstobergrenze geteilt durch 12,82 Euro Mindestlohn pro Stunde). Das ist also etwas mehr als eine Arbeitswoche in einem gängigen Vollzeitjob.

  • Minijob: Wie viele Stunden pro Woche?

Aus den möglichen 43,38 Stunden pro Monat ergibt sich eine Arbeitszeit von 10,8 Stunden pro Woche in einem Minijob. Fahrer:innen bei Lieferando erhalten einen Vertrag mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 5 Stunden.

  • Minijob: Wie viele Stunden pro Tag?

Aus den 43,38 Stunden im Monat, die geringfügig Beschäftigte in einem Minijob arbeiten dürfen, ergeben sich 2,17 Stunden pro Tag. Man muss die exakte Stundenzahl pro Woche oder Tag nicht einhalten. Fahrer:innen bei Lieferando müssen aufgrund der Regelungen des TzBfG mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten, da die Arbeitsverträge als Arbeit auf Abruf ausgestaltet sind.Entscheidend ist im Allgemeinen die gesamte Anzahl an Arbeitsstunden pro Monat – wann und in welchen Abständen man die Arbeit leistet, ist nicht von Belang, solange man sich an die rechtlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit hält und die Verdienstobergrenze von 603 Euro nicht überschreitet. Das ermöglicht eine sehr flexible Arbeitszeiteinteilung. Wie flexibel die Zeiteinteilung sein darf, hängt vom jeweiligen Job und Arbeitgeber ab. Selbstverständlich ist es auch möglich, weniger als 43,38 Stunden im Monat zu arbeiten und entsprechend weniger zu verdienen.

Minijobber im Urlaub

Was passiert, wenn man in einem Minijob zu viele Stunden arbeitet oder Überstunden macht?

Auch in einem Minijob kann es sein, dass man für die Arbeit etwas länger braucht oder Minijobber:innen freiwillig mehr arbeiten möchten. Aber darf man bei einem Minijob Überstunden machen? Arbeiten Minijobber:innen mehr als die vereinbarten Arbeitsstunden, leisten sie Überstunden. Wie Überstunden kompensiert werden, ist individuell im Arbeitsvertrag festgelegt. Allerdings sollten Minijobber:innen darauf achten, mit den Überstunden nicht zu übertreiben. Denn überschreitet ihr Verdienst dauerhaft die Obergrenze von 603 Euro, werden Abgaben zur Sozialversicherung fällig. Hingegen ist es unproblematisch, wenn die Verdienstobergrenze selten und nur geringfügig überschritten wird. Solange Überstunden eine Ausnahme bleiben, gelten die Regelungen um den 603-Euro-Job unvermindert weiter.

Haben Minijobber:innen Urlaubsanspruch? 

Minijobber:innen haben wie alle anderen Arbeitnehmer:innen auch Anspruch auf bezahlten Urlaub

Können Minijobber:innen wegen Beendigung des Arbeitsvertrags ihren Urlaub nicht mehr in Anspruch nehmen, steht ihnen eine Auszahlung des Resturlaubs zu. Die Höhe dieser Abgeltung hängt von der Höhe des tatsächlich noch bestehenden Urlaubsanspruchs zum Zeitpunkt der Arbeitsvertragsbeendigung ab.

Was passiert mit dem Urlaubsanspruch, wenn man den Arbeitsplatz (zu einem anderen Arbeitgeber) wechselt? 

In diesem Fall bleibt der bereits erworbene Urlaubsanspruch bestehen, aber er kann nicht einfach übertragen werden. Verbleibende Urlaubstage sollte man idealerweise vor dem Wechsel nehmen. Falls das nicht möglich ist, erfolgt eine Auszahlung des Resturlaubs. Beim neuen Arbeitgeber beginnt der Urlaubsanspruch ab dem ersten Arbeitstag neu und wird gemäß den neuen Vertragsbedingungen berechnet.

Fazit

Mit seinen flexiblen Arbeitszeiten und seinem gesetzlich festgelegten Urlaubsanspruch ist ein Minijob für viele Menschen eine gute Möglichkeit, ihr Einkommen zu verbessern oder wertvolle Erfahrungen in einem bestimmten Arbeitsbereich zu sammeln. 

Lieferando bietet Minijobber:innen dauerhafte Arbeitsverträge mit Arbeit auf Abruf und einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 5 Stunden an. Welche weiteren Vorteile ein Minijob als Lieferfahrer:in bei Lieferando sonst noch bereithält? – Hier steht alles, was man wissen muss.

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Geschrieben von: Lieferando’s Fachabteilung

Unsere deutschsprachigen Personalexpert:innen sind in ganz Deutschland tätig und helfen unserer derzeitigen und zukünftigen Fahrer:innen-Flotte gerne auf ihrem Karriereweg bei Lieferando.