Mit Minijobs kann man sich unkompliziert etwas dazuverdienen und seine Zeit optimal nutzen. Das macht 603-Euro-Jobs nicht nur bei Student:innen beliebt. Arbeitgeber:innen führen Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung für ihre Minijobber:innen ab. Doch das ist nicht dasselbe wie ein sozialversicherungspflichtiger Job. Wie also sieht es beim Minijob mit der Krankenversicherung aus? Wir haben alles Wichtige zusammengefasst.
Ist eine Krankenversicherung Pflicht?
In Deutschland ist eine Krankenversicherung Pflicht – auch für Minijobber:innen.
Eine Krankenversicherung deckt die Kosten für medizinische Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und Medikamente. Ohne Versicherung könnten diese Kosten schnell finanziell ruinös werden. Zudem ermöglicht sie den Zugang zu umfassenden Gesundheitsdienstleistungen, wodurch man sich im Krankheitsfall auf die Genesung konzentrieren kann, ohne sich um die Finanzierung zu sorgen.
Krankenversicherungen übernehmen auch Vorsorgeuntersuchungen, die wichtig sind, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ohne Versicherung riskiert man Bußgelder und hat keinen Anspruch auf bestimmte staatliche Leistungen.
Ohne Krankenversicherung geht es also nicht, egal ob Vollzeitstelle, Studium oder Minijob.
Welche Arten von Krankenversicherung gibt es?
Gesetzliche vs. private Krankenversicherung
In Deutschland gibt es zwei Hauptarten der Krankenversicherung: die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV). Die GKV basiert auf einem solidarischen System, bei dem die Beiträge nach dem Einkommen berechnet werden. Sie bietet ein gesetzlich festgelegtes Leistungspaket, einschließlich Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Vorsorgeuntersuchungen. Ein großer Vorteil ist die kostenlose Mitversicherung von Kindern und nicht berufstätigen Ehepartner:innen.
Die PKV hingegen berechnet die Beiträge nach individuellem Risiko, basierend auf Alter, Gesundheitszustand und gewählten Leistungen. Sie bietet oft umfangreichere Leistungen, wie Einbettzimmer im Krankenhaus und freie Arztwahl. PKV-Versicherte haben oft schnelleren Zugang zu Fachärzt:innen und bevorzugte Behandlungstermine. Allerdings steigen die Beiträge mit zunehmendem Alter, und es gibt keine kostenfreie Mitversicherung für Familienmitglieder.
Die Wahl zwischen GKV und PKV hängt von den individuellen Bedürfnissen, der finanziellen Situation und der persönlichen Lebenslage ab. Beide Systeme bieten Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden sollten.
Familienversicherung
In Deutschland können Ehepartner:innen, eingetragene Lebenspartner und Kinder über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kostenlos mitversichert werden, solange sie kein eigenes Einkommen haben oder dieses eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Kinder sind in der Regel bis zum 18. Lebensjahr mitversichert, bei Schul- oder Berufsausbildung bis zum 23. Lebensjahr und bei einem Studium bis zum 25. Lebensjahr. Die Familienversicherung bietet somit eine wichtige finanzielle Entlastung und sichert den Zugang zur medizinischen Versorgung für alle Familienmitglieder.
Krankenversicherung als Student:in
Nach dem 25. Lebensjahr müssen Student:innen eine eigene studentische Krankenversicherung abschließen, die bis zum 30. Lebensjahr oder bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters gilt. Alternativ können sie eine private Krankenversicherung wählen.
Ist man als Minijobber:in krankenversichert?
Die Bundesagentur für Arbeit erklärt, was Minijobs ausmacht:
Minijob: Höchstens 603 Euro monatlicher Verdienst. Die Wochenarbeitszeit ergibt sich aus dem vereinbarten Stundenlohn, wobei ein Mindestlohn von 13,90 Euro gilt.
Minijobber:innen sind nicht automatisch kranken- und pflegeversichert.
Minijobber:innen gelten als Teilzeitbeschäftigte und haben dieselben Rechte wie Vollzeitbeschäftigte.
Es gibt keine automatische Krankenversicherung bei einem 603-Euro-Job. Gleichzeitig gilt in Deutschland jedoch eine Krankenversicherungspflicht. Ohne Krankenversicherung geht es also nicht. Das heißt aber nicht immer, dass man einen Teil des Lohns des Minijobs für die Krankenversicherung ausgeben muss. Wir haben zusammengefasst, welche Optionen es für Minijobber:innen gibt.
Was kostet die Krankenversicherung bei einem 603-Euro-Job?
Man muss bei einem 603-Euro-Job die Krankenversicherung nur dann selbst zahlen, wenn man noch keine Krankenversicherung hat (etwa als Student:in oder über einen Hauptjob). Das geht über die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse oder als freiwillige Krankenversicherung (gesetzlich oder privat). Solange man nicht mehr als 603 Euro im Monat verdient, ist beim Minijob auch die Krankenversicherung über die Familienversicherung beitragsfrei möglich. Diese Optionen der Krankenversicherung beim Minijob gibt es: