Wer zahlt, wenn keine Krankenversicherung besteht?
In Deutschland gilt zwar eine Krankenversicherungspflicht, aber wer keine abschließt, macht sich nicht strafbar. Personen ohne festen Wohnsitz haben meist keine Krankenversicherung. Es trifft auch Selbstständige, deren Unternehmen zu wenig abwirft, als dass sie sich die Beiträge zur PKV leisten könnten. Wenn sie erkranken, verschulden sie sich häufig. Akute Notfälle werden zwar behandelt, doch die medizinische Versorgung ist für diese Personen eingeschränkt. Öffentliche Anlaufstellen bieten ebenfalls Hilfe. Eine Rückkehr in die GKV ist zwar möglich, aber teuer: Mit jedem Jahr ohne Versicherungsschutz berechnet die Krankenversicherung eine rückwirkende Zahllast.
Krankenversicherung für Studierende
Auch im Studium brauchst du eine Krankenversicherung. Da die meisten Studis nicht viel Geld haben, darf auch die Krankenversicherung nicht viel kosten. Wie wäre es mit gar nichts? Das ist im Rahmen der Familienversicherung über die Eltern möglich. Allerdings gilt die Option nur für gesetzlich versicherte Eltern, da die PKV keine beitragsfreie Familienversicherung anbietet. Für Kinder endet die Familienversicherung, wenn sie über 18 Jahre alt und erwerbstätig sind. Ausnahmen gelten, wenn sie
unter 23 Jahre alt und nicht erwerbstätig sind sowie eine Schule besuchen,
unter 25 Jahre alt sind und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren.
Ist keine Familienversicherung möglich, gibt es die Studentische Krankenversicherung.
Warum müssen Student:innen eine Krankenversicherung zahlen?
Es gibt eine Versicherungspflicht für Student:innen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Um der Pflicht Genüge zu tun, gibt es die Optionen:
Familienversicherung,
Studentische Krankenversicherung (KVdS),
Private Krankenversicherung nach Befreiung von der Versicherungspflicht – diese Entscheidung ist für das gesamte Studium bindend.
Wenn du neben dem Studium jobbst, musst du die Verdienstgrenzen beachten, die für die jeweilige Versicherung gelten. Seit dem Wintersemester 2024/2025 sind diese an die Höhe des aktuellen Mindestlohns gekoppelt. Studierende dürfen in 2026 monatlich bis zu 603 Euro verdienen, ohne dass ihr BAföG gekürzt wird.
Was kostet die Krankenversicherung für Studierende ab 25?
Ist das Studium mit 25 Jahren noch nicht abgeschlossen, musst du von der Familienversicherung in die Studentische Krankenversicherung wechseln. Es gilt ein reduzierter monatlicher Beitragssatz von 10,22 Prozent (87,38 Euro) auf Basis des aktuellen BAföG-Bedarfssatzes für nicht bei ihren Eltern wohnende Studierende (992 Euro monatlich). Dazu addieren sich der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse und die Beiträge zur Pflegeversicherung. Diese belaufen sich im Monat auf:
Was kostet die Krankenversicherung für Studierende ab 25?
Ist das Studium mit 25 Jahren noch nicht abgeschlossen, musst du von der Familienversicherung in die Studentische Krankenversicherung wechseln. Es gilt ein reduzierter monatlicher Beitragssatz von 10,22 Prozent (87,38 Euro) auf Basis des aktuellen BAföG-Bedarfssatzes für nicht bei ihren Eltern wohnende Studierende (855 Euro monatlich). Dazu addieren sich der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse und die Beiträge zur Pflegeversicherung. Diese belaufen sich im Monat auf:
Studierende unter 23 Jahren | Studierende über 23 Jahren | Studierende Eltern über 23 Jahren |
|---|
30,78 Euro (3,60 Prozent) | 35,91 Euro (4,2 Prozent) | 30,78 Euro (3,60 Prozent) |
Mit jedem weiteren Kind sinkt der Pflegeversicherungsbeitrag für studierende Eltern um 0,25 Beitragssatzpunkte.
Wann endet die studentische Krankenversicherung?
Die Versicherungspflicht für Student:innen in der Gesetzlichen Krankenversicherung besteht bis zum Ende des Semesters, in dem die:der Studierende 30 Jahre alt wird.